Biogas

Rohstoffe

Die in der Landwirtschaft, Nahrungsmittelproduktion und Gastronomie anfallenden Mengen an Mist, Gülle, Lebensmittelabfälle und Speisereste werden als Rohstoffe für die Biogasproduktion verwendet. Energiepflanzen wie Raps oder Weizen werden ebenfalls zur Biogasproduktion eingesetzt. Der Biogasertrag ist bei Energiepflanzen wesentlich höher, kann jedoch in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion stehen. Im Gegensatz zu den meisten Ländern in Europa wird der Anbau von Energiepflanzen in der Schweiz nicht gefördert. Beispielsweise wird der Anteil von Energiepflanzen in Biogasanlagen im Rahmen der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) beschränkt und indirekt sogar verhindert, da kein spezieller Förderbonus besteht und sich der Anbau somit in der Schweiz nicht lohnt.

Technologie und Herstellung

Es lassen sich die Feststoffvergärung (gewerblich-industrielle Biogasanlagen) und die Flüssigvergärung (landwirtschaftliche Biogasanlagen) unterscheiden. Bei beiden Verfahren wird das Material gesammelt, zerkleinert und verflüssigt. Das Substrat wird anschliessend in einen Fermenter befördert, wo es vergärt wird. Das stoffliche Endprodukt (Gärgut) kann als wertvoller Dünger eingesetzt werden. Biogas wird auch in den Abwasserreinigungsanlagen (Klärgasanlage mit Co-Vergärung) gewonnen. Um das Biogas als Treibstoff einzusetzen oder ins Gasnetz einzuspeisen, ist eine Aufbereitung und Reinigung nötig. Insgesamt waren 2010 ca. 55 landwirtschaftliche Biogasanlagen (exkl. Kleinstanlagen aus den 70ern) und 23 gewerblich-industrielle Biogasanlagen in Betrieb. Insgesamt produzierten sie Strom für rund 14'000 und Wärme für rund 1'700 Haushalte sowie Treibstoff für ca. 22 Mio. Auto-Kilometer.

Potenziale

Biogas hat dank der Verarbeitung von Bioabfällen und der relativ einfachen und kostengünstigen Herstellung ein grosses ökologisches Potenzial. Damit könnten in der Schweiz rund 4,5% des Stromverbrauchs und 5% des Wärmebedarfs gedeckt sowie Treibstoff für knapp 400'000 Autos mit einer jährlichen Fahrleistung von 15'000 km und einem Treibstoffverbrauch von rund 8 Litern pro 100 km produziert werden. Da jedoch die jährlich anfallende und wirtschaftlich nutzbare Menge an Abfallstoffen beschränkt ist, ist die Menge herzustellendes Biogas limitiert. Das grösste ungenutzte Potenzial liegt bei Hofdünger, gemäss Studien werden heute erst ca. 1.5% energetisch genutzt. Organische Reststoffe (insbesondere Haushaltabfälle) werden heute noch zu wenig konsequent getrennt gesammelt und deshalb nicht energetisch genutzt. Die Strom- und Wärmeproduktion liesse sich beachtlich erhöhen.

Vorteile

Nachteile

Weder Treibstoff, Strom noch Wärme aus Biomasse setzen zusätzliches CO2 frei.

Die Menge an Biomasse, die erzeugt bzw. energetisch genutzt werden kann, ist begrenzt, da auch die Menge an organischen Reststoffen und die Anbauflächen begrenzt sind.

Mittels des Einsatzes von Biomasse als Rohstoff lassen sich alle Energieträgerformen produzieren.

Biomasselogistik ist nicht zu unterschätzen.

Dauerhafte Verfügbarkeit von Biomasse.

Schlechtere Ökobilanz beim Anbau von Energiepflanzen (in der Schweiz nicht der Fall). 

Hofdüngermanagement kann optimiert werden.

 

Regionale Energie- und Nährstoffkreisläufe werden geschlossen und Belastungen verringert.

 

Regionale Wertschöpfung..

 

Gute Ökobilanz bei Abfall-Rohstoffen.