Fördermassnahmen

Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV)

Bedingungen für die KEV: Für die Einspeisevergütung können Biogasanlagen angemeldet werden, die nach dem 1. Januar 2006 in Betrieb genommen worden sind (Neuanlagen) und Anlagen, die erheblich erweitert und ausgebaut wurden. 

Für die KEV-Vergütung nichtlandwirtschaftlicher Anlagen sind die folgenden energetischen Mindestanforderungen zu erfüllen: 1) Die Anlage muss einen minimalen elektrischen Wirkungsgrad erreichen. 2) Der Wärmebedarf der Anlage ist durch Abwärmenutzung der WKK-Anlage (Wärme-Kraft-Koppelung) oder Einsatz von erneuerbaren Energien zu decken. 3) Nichtlandwirtschaftliche Anlagen müssen mindestens 40% der produzierten Wärme extern nutzen. 

Bemessung der KEV für landwirtschaftliche Biogas-Anlagen: Die Ausgestaltung der KEV für neue Anlagen ist folgendermassen zusammengesetzt: 1) Eine Grundvergütung, der den Betreibern einen garantierten fixen, kostendeckenden Strompreis über 20 Jahre garantiert. 2) Ein Landwirtschaftsbonus, wenn der Anteil nicht-landwirtschaftlicher Co-Substrate und Energiepflanzen ≤ 20% beträgt. 3) Ein Wärmebonus, wenn mindestens 20% der produzierten Wärme extern verwendet wird.

Tarife der KEV: Je nach Leistungsklasse der Biogasanlage und je nach Bonus bewegen sich die Tarifvergütungen zwischen 17.5 und 48.5 Rp./kWh. Die Tarife der KEV verstehen sich inkl. Mehrwertsteuer.

Auf kantonaler Ebene werden weitere Förderprogramme angeboten. Siehe dazu: Förderprogramme Bund und Kantone.

Biogas-Ausgleichsfonds

Der Branchenverband der Schweizerischen Gasindustrie (VSG) fördert die Einspeisung von einheimischem Biogas mit einem Biogas-Ausgleichsfonds. Ziel ist, bis in sechs Jahren rund 300 Millionen Kilowattstunden Biogas ins Netz einzuspeisen. Das entspricht einer Energiemenge von über 30 Millionen Litern Benzin. Damit können jährlich 70'000 Tonnen CO2 eingespart werden. Die Zahl der Biogasanlagen, die ins Erdgas-Netz einspeisen, wird dazu von heute 11 auf rund 25 grössere Anlagen wachsen. Investitionen in neue Anlagen sowie die Einspeisung und der Transport im Netz werden mit finanziellen Beiträgen unterstützt. Weitere Informationen unter: erdgas.

Finanzierungshilfen Bund und Kanton

Unser Leitfaden zeigt Finanzierungsmöglichkeiten für den Bau von landwirtschaftlichen Biogasanlagen. Rahmenbedingungen und Vergütungssätze der kostendeckenden Einspeisevergütung werden erläutert, die seit 2009 bei der Einspeisung ins Stromnetz erstattet werden. Anhand von Beispielen aus der Praxis wird aufgezeigt, wie sich unterschiedliche Finanzierungskonzepte auf die Kapitalkosten und damit auf die Wirtschaftlichkeit einer Anlage auswirken. Als Anlaufstellen für die Unterstützung und Realisierung eines Projektes sind hilfreiche Kontaktadressen aufgelistet. Weitere Informationen dazu im Leitfaden Finanzierung Biogasanlagen.

Kompensationsprojekte

Biogasanlagen können beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) im Rahmen eines Projektantrages (Vollzugsweisung „Klimaschutzprojekte in der Schweiz") zur Beurteilung für Emissionszertifikate eingereicht werden. Aus den registrierten Biogasanlagen hervorgehende Emissionsreduktionen können bescheinigt und beispielsweise für die Kompensation von Emissionen aus künftigen Gaskraftwerken genutzt werden. Kleinprojekte wie Biogasanlagen lassen sich bündeln und können gemeinsam betrachtet werden.